6. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Zuckerfreie Snacks: Worauf du beim Kauf achten solltest
„Zuckerfrei“, „ohne Zuckerzusatz“ oder „zuckerreduziert“ – was die Angaben wirklich bedeuten und wie du die Nährwerttabelle richtig liest.
Was die Angaben auf der Packung bedeuten
Begriffe wie „zuckerfrei“ dürfen nicht beliebig verwendet werden. In der EU legt die Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben genau fest, wann ein Hersteller sie auf die Verpackung schreiben darf:
- Zuckerfrei: höchstens 0,5 g Zucker pro 100 g bzw. 100 ml.
- Ohne Zuckerzusatz: Es wurden weder Einfach- oder Zweifachzucker noch andere süßende Lebensmittel wie Honig oder Sirup zugesetzt. Enthält das Produkt von Natur aus Zucker, muss das zusätzlich angegeben werden: „Enthält von Natur aus Zucker“.
- Zuckerarm: höchstens 5 g Zucker pro 100 g (bei Getränken 2,5 g pro 100 ml).
- Zuckerreduziert: mindestens 30 % weniger Zucker als vergleichbare Produkte.
„Ohne Zuckerzusatz“ ist nicht dasselbe wie „zuckerfrei“
Gerade bei Fruchtsnacks lohnt sich der zweite Blick: Ein Apfelchip ohne Zuckerzusatz besteht im Idealfall nur aus Apfel – und enthält damit den natürlichen Fruchtzucker des Apfels. Das ist kein Etikettenschwindel, sondern genau das, was die Angabe verspricht.
Wer gezielt Zucker reduzieren möchte, schaut deshalb nicht nur auf das Versprechen vorne auf der Packung, sondern auf die Nährwerttabelle hinten.
So liest du die Nährwerttabelle
In der Tabelle findest du unter „Kohlenhydrate“ die Zeile „davon Zucker“. Sie umfasst alle Zuckerarten – zugesetzte und natürlich enthaltene. Vergleiche Produkte immer pro 100 g, nicht pro Portion: Portionsgrößen legt jeder Hersteller selbst fest.
Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt zusätzlich, womit gesüßt wird. Die Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils – was ganz vorne steht, macht den größten Teil aus.
Womit wird stattdessen gesüßt?
Zuckerfreie Schokolade, Kekse oder Fruchtgummis schmecken trotzdem süß – meist dank Zuckeraustauschstoffen oder Süßstoffen. Die häufigsten:
- Zuckeralkohole (Polyole) wie Erythrit, Maltit oder Xylit: liefern Volumen und Süße, ähnlich wie Zucker.
- Süßstoffe wie Steviolglycoside (aus Stevia) oder Sucralose: sehr süß, werden daher nur in kleinen Mengen eingesetzt.
- Ballaststoffe wie Inulin oder Polydextrose: sorgen für Struktur und Mundgefühl.
Gut zu wissen: der Hinweis auf Polyole
Enthält ein Lebensmittel mehr als 10 % zugesetzte Polyole, muss auf der Packung stehen: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“. Das ist ein gesetzlicher Pflichthinweis und kein Grund zur Sorge – er bedeutet einfach: in normalen Mengen genießen.
Unsere Tipps für den Alltag
- Vergleiche „davon Zucker“ pro 100 g – nicht nur die Aussage vorne auf der Verpackung.
- Achte bei „ohne Zuckerzusatz“ darauf, ob Früchte, Fruchtsaftkonzentrat oder Trockenobst enthalten sind.
- Probiere verschiedene Süßungsarten aus – Geschmack und Verträglichkeit sind individuell.
- Bei Allergien und Unverträglichkeiten gilt immer die Kennzeichnung auf der Verpackung.














